Montag, 16. September 2019

Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb in Wörth: 27 Gruppen messen sich in verschiedenen Aufgabenbereichen

24. August 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Rhein-Pfalz-Kreis, Südwestpfalz und Westpfalz

Wie reagiert man bei Notfällen? Ob sie richtig vorgehen, mussten Kinder und Jugendliche des Jugenrotkreuzes unter Beweis stellen.
Fotos: Steinbrecher f. Pfalz-Express/Fotogalerie am Textende

Wörth – Am Samstag begannen bei strahlendem Sonnenschein die diesjährigen Landeswettbewerbe des rheinland-pfälzischen Jugendrotkreuzes auf dem Gelände rund um das Europagymnasium.

Insgesamt 27 Gruppen mit Kindern und Jugendlichen von sechs bis 16 Jahren, die sich zuvor auf Kreis- und Bezirksebene qualifiziert hatten, waren angetreten, ihre Fähigkeiten auf verschiedenen Gebieten unter Beweis zu stellen.

Dabei gehörten 12 Gruppen der Altersstufe 6 bis 12 Jahre an (Stufe I), 12  der Altersgruppe 13 bis 16 Jahre (Stufe II) sowie drei Schulsanitätergruppen. Im September ist dann der Sieger aus Stufe I Rheinland-Pfalz beim Bundeswettbewerb in Merseburg vertreten.

Großer Parcours  – 600 Engagierte

Die bereits am Freitag aus allen Landesteilen angereisten Gruppen waren in den Räumen des Europagymnasiums untergebracht und gingen am Folgetag um 9.10 Uhr an den Start. Ein abwechslungsreicher Parcours verlief durch das Gelände des Europagymnasiums, den Bürgerpark, die Grundschule und die IGS und spiegelte die Angebotsvielfalt des JRK wider. Die Teilnehmer maßen sich in traditioneller Erster Hilfe, Sport und Spiel, sozialem Einsatzgebiet, Rotkreuzwissen und musisch-kulturellem Bereich.

Mehr als 600 Menschen waren bei den Wettbewerben im Einsatz, darunter auch sehr viele ehrenamtliche Helfer. So mussten beispielsweise die „Unfallopfer“ im Bereich erste Hilfe so realistisch wie möglich geschminkt und „präpariert“ werden, die Parcoursstationen aufgebaut und für das leibliche Wohl gesorgt werden und vieles andere mehr.

Ehrengäste-Empfang: Aushängeschild für Kreis, Spaß und Motivation

Um 10 Uhr stand der Ehrengästeempfang auf dem Programm. Wissensreich und kompetent moderierte Sophie Petri die Veranstaltung. Sie vertritt das JRK im DRK-Präsidium auf Landesebene und ist Disziplinarvorgesetzte des JRK. Ihr zur Seite stand ihr Stellvertreter Lars Fischer.

Dr. Fritz Brechtel, Landrat des Kreises Germersheim und Vorsitzender des DRK-Kreisverbands, würdigte die ausgezeichnete Zusammenarbeit war sichtlich erfreut, dass der diesjährige Wettbewerb in Wörth stattfindet: „Der Wettbewerb ist ein tolles Aushängeschild für unseren Kreis und eine weitere Möglichkeit, die Bedeutung von Erster Hilfe von Anfang an zu unterstreichen.“

Ihm schloss sich auch Erik Heeren, stellvertretender Bundesleiter, an und betonte, wie wichtig die Arbeit des JRK sei und welchen erheblichen Gesellschaftsbeitrag sie leiste. Die Mehrheit der Mitglieder sei mit Motivation und Spaß dabei, gerade letzteres dürfe nicht zu kurz kommen.

Als letzter Ehrengast sprach Manuel Gonzalez, Vorstand des DRK Landesverbands, darüber, dass die Arbeit beim JRK Kompetenz und Selbständigkeit schaffe. Die antretenden Teilnehmer hätten sich bereits in den Bezirkswettbewerben qualifiziert und gehörten zu den Besten. Insgesamt liegt die derzeitige Mitgliederzahl in Rheinland-Pfalz bei 5000.

“Ich wollte mal was Sinnvolles machen!“

Nach der Motivation der schon sehr jungen Teilnehmer befragt, erläuterte Sophie Petri, dass es unter anderem das Zugehörigkeitsgefühl sei, das Bewusstsein, Teil eines großen Ganzen und einer weltweit agierenden Gemeinschaft zu sein. Jeder, der es sich zutraue, könne dazu gehören, ungeachtet von Hautfarbe und Herkunft. Das beginne im Kleinen und entwickle sich stetig weiter. Bereits Dreijährige seien in der Lage, ein Pflaster aufzukleben und Trost zu spenden.

Freundschaften unter DRKlern hielten oft lebenslang. Auch die Sinnhaftigkeit ihres Tuns stelle gerade in einem medial überfrachteten Zeitalter, in dem Kinder und Jugendliche stundenlang anonym und bar reeller Kontakte vor ihren Bildschirmen sitzen, einen wichtigen Gegenpol dar, wie auch schon zuvor Landrat Brechtel ausgeführt hatte. Ein junger Teilnehmer brachte es mit seinen Worten zum Ausdruck: “Ich wollte mal was Sinnvolles machen!“

Stark in der Gruppe

Nach dem offiziellen Begrüßungsteil wurde den Ehrengästen der Parcours vorgestellt. An der Station Sport und Spiel wurde auf spielerische und heitere Art die Teambildung gefördert und die Teilnehmer mussten zeigen, was sie als Gruppe drauf hatten. Keksessen mit anschließendem Kerzeausblasen, Gedächtnisspiele (ich packe meinen Koffer…), oder Schubkarrenfahren als Geschicklichkeitsspiel sorgten für beste Laune und entfachten Ehrgeiz.

Im Bürgerpark waren mehrere Erste Hilfe-Stationen aufgebaut. Zu versorgen waren diverse Unfallsituationen: Sturz vom Baum, Verbrennung am Grill, Unterkühlung nach Sturz in den See, Fahrradunfall, starke Übelkeit etc.

Die Teilnehmer wussten nicht, was sie erwartet. Sie wurden als Gruppe zur „Unfallstelle“ geführt und mussten dann herausfinden, was genau geschehen war und entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen wären. Jeweils zwei Helfer widmen sich einem Verletzten, der Gruppenleiter koordiniert, darf aber im Bedarfsfall auch mitbehandeln. Die dargestellten Situationen variieren bei Stufe I und II je nach Schwere. An jeder Parcoursstation protokollierte ein Schiedsrichter die Ergebnisse.

„Die kleinen Biester, Bluttröpfchen und Killerbienen XXL“

Um 12 Uhr durften sich alle bei einem leckeren Mittagessen in der Mensa der IGS stärken. Hier ergab sich die Gelegenheit, eine Gruppe aus Arzfeld näher kennenzulernen, die mit ihrem bandagierten Maskottchen (Wirbelsäulenschaden!) angereist war und sich „Die kleinen Biester“ nannte. Überhaupt zeugten die Gruppennamen von viel Einfallsreichtum: Auf der Liste standen „Killerbienen XXL“, „Sanibären“, „KatastroFEEN“, „Bluttröpfchen“, „Alpakas“ und viele andere originelle Namen.

Auf die Frage, wie sie zum JRK gekommen seien, antwortete Janina, 9 Jahre, schon ihr Uropa sei Mitglied beim DRK gewesen und ihr älterer Bruder habe sie einmal auf eine Veranstaltung mitgenommen. Bei Celina, 9 Jahre, war es die Freundin ihrer Mutter, dann habe sie es ihrer Freundin Anna, ebenfalls 9 Jahre alt, erzählt und so sei diese ebenfalls dazu gestoßen. Luca, 8 Jahre, kam durch seine Pflegeschwester zum JRK.

Hier zeigt sich, wie wirkungsvoll Mund-zu-Mundpropaganda ist. Alle schienen sich sichtlich wohl zu fühlen und würdigten unter anderem die Arbeit der Maskenbildner an den Unfallopfern: „Die sehen voll gruselig aus mit dem Blut!“ meinte Janina und setzte einen leicht angewiderten Gesichtsausdruck auf.

Sozialer Bereich

Im sozialen Bereich liegt dieses Jahr der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Autismus, Trisomie 21, Rot-Grün-Sehschwäche und Zöliakie. Das Wissen und der Umgang mit diesen Krankheitsbildern wird auch im Rotkreuzwissen abgefragt.

Musik und Kultur

In der letzten Parcoursstation „Musisch-Kulturelles“ ging es um die kreative und originelle Seite. Die Teams bekamen Emojis und mussten innerhalb von 15 Minuten ihren Gruppentag damit darstellen. Für die Schiedsrichter ist diese Station am schwierigsten zu bewerten, da es kein richtig und falsch gibt, sondern Parameter der Teamarbeit zu bewerten sind: Wie ist der Umgang miteinander? Sind alle gleichwertig eingebunden? Reißt jemand die Führung an sich?

Dem Besucher wurde eindrucksvoll vorgestellt, wie vielfältig die Arbeit der JRK und des DRK ist: Soziales Engagement, Gesundheit und Umwelt, Handeln für Frieden und Völkerverständigung und politische Verantwortung.

Seit ihrem Gründungsjahr 1925 in Berlin bestimmen auch heute noch die Gründungsideen ihr Tun und Handeln. Der heutige Tag zeigte, wie wichtig ganz besonders in der heutigen Zeit weltweit kooperierende Organisationen dieser Art sind.

Das JRK ist auch auf Instagram (JRKRLP) und Facebook vertreten. Die Siegerehrung mit Namen und Fotos wird am Sonntag, 25. August, live auf Instagram übertragen. (Heidi Steinbrecher für PEX)

Siegerliste

Stufe I

  1. Platz: „Mini Kubas“ aus Weitersburg
  2. Platz: „Saure Würmer“ aus Neupotz
  3. Platz: „The Avengers“ aus Vogelbach-Bruchmühlbach

Die „Mini Kubas“ werden das Jugendrotkreuz Rheinland-Pfalz in zwei Wochen auf dem Bundeswettbewerb in Merseburg vertreten.

Stufe II

  1. Platz: „Young Savoirs“ aus Nierstein-Oppenheim
  2. Platz: „Die Killerbienen XXL“ aus dem Ramstein
  3. Platz: „Bluttröpfchen“ aus Klotten

SSD

  1. Platz: „Familie Sonnenschein“ vom Elisabeth-Langgäasser-Gymnasium (Kreisverband Alzey)
  2. Platz: „Die Heinzenwichtel“ aus Idar-Oberstein (Kreisverband Birkenfeld)
  3. Platz: „SEG Way“ aus Germersheim vom Europa-Gymnasium Wörth (Kreisverband Germersheim)

 

 

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